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Nachgefragt – Daniel Körtge – www.club-vote.de

18 Januar 2010 826 views 6 Kommentare

Gekicke: „Vielen Dank Daniel, das du dir die Zeit genommen hast, dich unseren Fragen zu stellen. Könntest du dich und dein Projekt unseren Lesern kurz vorstellen?“

Körtge: „Hallo Olli, bitte sehr, mach ich doch gern. Mein Name ist Daniel Körtge und bin 27 Jahre. Zurzeit arbeit ich rund um die Uhr an club-vote.com, das mir großen Spaß bereitet. Mein großes Hobby ist natürlich der Fussball, ansonsten halt das Übliche, was jeder so macht.
Club-Vote.com ist ein Voting-Spiel, bei dem sich Fussballfans aus allen Vereinen im Internet messen können. Das Prinzip ist fast wie im richtigen Ligaalltag, nur das Votes die Punkte sind und eine Saison ein Monat dauert.
Die Abstimmdauer, auch Vote genannt, ist auf 2 Stunden festgelegt. Das heißt, alle 2 Stunden kann man einen Vote für seinen Lieblingsverein abgeben. Je nachdem wie viele Votes ein Verein hat, können die Vereine Landesmeister, Champions League-Sieger, Europapokal Sieger, Ländercup-Sieger werden, Auf- oder Absteigen. Das große Statistikportal bietet zusätzlich eine ausführliche Historie der vergangenen Saisons.
Kürzlich ging ein Sub-Projekt online, das sich Self-Vote nennt. Hier kann man sich nur selbst bevoten und Teams gründen. Dies wurde bisher über den Erwartungen sehr gut angenommen.”

Gekicke: „Beschreibe kurz, was den Reiz deines Spiels ausmacht? Warum investieren User Zeit um eine virtuelle Mannschaft in der Tabelle nach oben zu voten?“

Körtge: „Diese Frage stellte ich mir, bevor ich Club-Vote gegründet hatte.Eine reine Voting-Seite interessiert kaum einen – davon gibt es im Internet genug. Durch das Ligen- und Pokalsystem wurden die Reize dahingehend geschaffen, sein eingenen Verein nicht absteigen zu sehen, die Meisterschaft zu gewinnen oder diverse Pokale zu holen. Gerade reale unterklassige Vereine finden hier ihren Schauplatz, weil sie bei Club-Vote höherklassig „spielen“ können. Die weiteren Reize bestehen darin, seine eigene Mannschaft zu „bevoten“, ohne den Einfluss von Spielern eines Vereins, die regelmäßig die Vereine wechseln (Stichwort: Identität), sondern den Fans selbst. Hier messen sich sozusagen Fans gegen Fans. Gerade das Pokalsystem ist sehr beliebt, denn man Stelle sich eine Begegnung z.B. mit Dortmund und Schalke vor. In so einer Begegnung stecken viele Emotionen und eben auch Fans. Und so akquirieren die Fangruppierung neue Voter oder schlagen (voten) sich selbst die Nächte um die Ohren, um den Rivalen zu schlagen.“

Gekicke:  „Da du gerade die Identität ansprichst. Einige Vereine wurde vom Namen entfremdet, andere Teams wie Schalke 04 oder 1 FC Union Berlin tragen Originalnamen. Für einige Fans ist es doch sicherlich ein Hindernis, wenn sie nicht für “Alemannia Aachen” voten können, sondern sich mit “Kaiserstadt Aachen” begnügen müssen.
Wie sind hier die Copyright-Bestimmungen, warum tragen nicht alle Vereine ihren Originalnamen?“

Körtge: „Ohne schriftliche Genehmigung des Vereins darf ich keine Originalnamen sowie Wappen nutzen. Alle Vereine bei Club-Vote wurden angeschrieben, ob wir die Originaldaten nutzen dürfen oder nicht. Leider wurde man von vielen Vereinen ignoriert und hat dadurch mehr Zusagen als Absagen bekommen, das uns im Verhältnis doch etwas freut. Wenn sich die eigenen Fans für die Nutzung der Originaldaten engagieren, denke ich, ist die Erfolgsquote höher. Denn ein Fanbetreuer hat zu einem eigenen Fan mehr Bezug, als zu mir, der “irgendein” Online-Spiel betreibt.
Die Identität ist trotzdem auch ohne Originaldaten gewahrt. Gerade das genannte Beispiel “Kaiserstadt Aachen” wurde von der gut organisierten Aachener Fanszene als Name vorgeschlagen, weil sie sich damit verbunden fühlen. Das Gleiche gilt für Fortuna Düsseldorf, die kürzlich mit dem Namen “Mythos 95 Düsseldorf” ihre erste Meisterschaft feiern konnten. Rot-Weiß Essen ist zum Beispiel mit Rot-Weiß Assindia am Start. Das soll heißen, dass wir den Fans bzw. Votegemeinschaften diesbezüglich entgegen kommen, jedoch die Namensänderung immer einen Bezug zum wirklichen Verein haben muss.“

Gekicke: „Bei vielen Online-Spielen geht die Identität verloren, wenn die Macher versuchen mit ihren Spielen Geld zu verdienen bzw. die Kosten durch verschiedene Arten der Werbung oder
so genannten Premium-Accounts mit Sonderfunktionen zu decken. Im Moment ist dein Projekt kostenlos und weitestgehend ohne Werbung. Wird dies auch in Zukunft so bleiben oder was sehen
deine Pläne für die Zukunft voraus?”

Körtge: „Club-Vote ist aktuell 100% kostenlos und werbefrei! Durch die Firmierung im September 2009 ist mit diesem Schritt jedem Voter klar, dass man das Projekt Club-Vote zumindest nicht weiterhin werbefrei anbieten kann, wenn Einnahmen nicht über andere Projekte generiert werden. Das Jahr 2009 wurde dafür genutzt, um die gesteckten Ziele vorzubereiten und das erst private Projekt allmählich zu professionalisieren. Eine Art Premiumdienst wird mittelfristig mit Sicherheit eingebaut werden, jedoch kann man Club-Vote weiterhin kostenlos betreiben. Ich denke, die Identität geht damit nicht verloren. Aber gut, so ein Schritt birgt viel Ausdauer und Kraft entgegen, weil Nutzer eines Online-Spiels gewisse Gewohnheiten am Projekt schätzen, ungern zahlen möchten und somit die Kundenbetreuung nie zu kurz kommen darf. Wie genau diese Dienste aussehen werden, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.“

Gekicke:  “Du sprichst die Firmierung deines Projekts im September 2009  an. Inwiefern kann man noch von “deinem Projekt” sprechen, da bspw. die  Domain schon nicht mehr auf deinen Namen läuft. Hast du immer noch die  alleinige Entscheidungsgewalt über die nächsten Schritte des Spiels? Gibt es eine Deadline bis wann das Spiel Gewinn abwerfen muss bzw. wann durch Werbung oder Premium-Accounts zumindest die Kosten wieder eingespielt werden?”

Körtge: „Die Domain wurde auf die Server von deinfussballclub.de (DFC) aufgesetzt, da ich mit dem alten Provider Probleme hatte. Dadurch erreichten wir besser Performance und störungsfreiere Erreichbarkeit von Club-Vote. Ich bin Projektleiter von Club-Vote und habe somit weiterhin Entscheidungsgewalt, die ich benötige. Mit der Firmierung und den Mitarbeitern vom DFC, habe ich ein erfahrenes Team um mich, das mich in diversen Entscheidungen unterstützt oder ihre Meinungen darlegt. Wir haben immer wieder Meetings, in denen wir Pläne und Ziele besprechen und diese dann umsetzen werden. Da ich das Projekt bereits 2 Jahre betreue, habe ich natürlich, und das ist ganz normal, den besten Blick, wie z.B. die Charakteristik der Community ist.
Bzgl. Gewinne haben wir Pläne bzw. eine Richtung, wann wir gern Gewinne erzielen wollen, jedoch muss man immer die Entwicklung abwarten, welche Probleme treten auf, was für Eventualitäten müssen noch geklärt werden, wie nimmt die Community die Veränderungen an. Und dann muss man Analysieren, welche Methoden aus unseren Planungen Sinn machen oder welche wir verschieben oder verändern müssen.“

Gekicke: “Wo siehst du club-vote.com in 5 Jahren?”

Körtge: “In erster Linie, das wir unsere gesteckten Ziele erreichen werden. Vielfältige Erweiterung im Vote-Geschehen oder Internet-Markt und das es uns weiterhin gelingt, bestimmte rivalisierende Fangruppen zueinander finden zulassen, dass ja schon durch CV-Bündnisse geschehen ist. Nicht zu vergessen, den Spiel- und Votespaß hochhalten zu können.”

Gekicke: “Daniel, vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten und viel Erfolg weiterhin mit deinem Projekt club-vote!”
Link zum hier vorgestellten Spiel: www.club-vote.com

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